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Reha nach chronischer lymphatischer Leukämie (CLL)

Onkologische Rehamaßnahme nach chronischer lymphatischer Leukämie in der Klinik Bad Oexen

Die chronische lymphatische Leukämie ist die häufigste Leukämie in Mitteleuropa. Sie ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 70-75 Jahren. In Deutschland sind knapp 5.000 Menschen jährlich von einer chronischen lymphatischen Leukämie betroffen. Unsere Klinik rehabilitiert Patienten mit dieser Erkrankung schon seit Jahrzehnten.

Wussten Sie schon?

Die Erkrankung entwickelt sich aus weißen Blutkörperchen (Lymphozyten), also Zellen des Abwehrsystems, das bei Infektionskrankheiten in Aktion tritt. Hierbei sind zumeist jene Zellen betroffen, die unter normalen Umständen Antikörpermoleküle bilden.
Die krankhaft veränderten Zellen zeigen eine Fehlregulation der Zellvermehrung sowie eine Störung des Abbaus von Zellen mit genetischen Defekten.
Als auslösende Faktoren sieht man u. a. chemische Schadstoffe (z. B. organische Lösungsmittel wie Benzol) an. Selten zeigt sich die chronische lymphatische Leukämie gehäuft in bestimmten, davon betroffenen Familien.

Der chronischen lymphatischen Leukämie geht meist eine Art Vorstadium ohne große Beschwerden voraus. Entwickelt sich die Erkrankung weiter, so kann sich über einen längeren Zeitverlauf eine zunehmende Störung der Blutbildung, nicht nur der weißen Blutkörperchen, sondern auch der roten Blutkörperchen und der Blutplättchen entwickeln, als deren Ursache man Verdrängungsmechanismen im Knochenmark durch krankhaft veränderte Zellen ansieht.

Die erkrankten Zellen zeigen genetische Veränderungen, die durch entsprechende molekulare Diagnostik erfasst werden können. Eine Behandlung wird erst initiiert, wenn die Erkrankung ein bestimmtes Entwicklungsstadium erreicht hat oder Komplikationen auftreten. Behandelt wird die Erkrankung durch eine Kombination aus verschiedenen zytostatischen Medikamenten, dadurch werden die bösartigen Zellen abgetötet.
Neuere Therapieansätze beinhalten die Hemmung wichtiger, für die Signalübertragung innerhalb der Zelle wichtiger Proteine (z. B. der Bruton-Tyrosinkinase), die Hemmung von Proteinen, die den Abbau gestörter Zellen behindern (Venetoclax) sowie den Einsatz neuerer Antikörpermoleküle (Ofatumumab, Obinutuzumab) zur Abtötung der Leukämiezellen.
Eher selten kommt eine Stammzelltransplantation (nur bei jüngeren Patienten) zum Einsatz.
Das therapeutische Ziel besteht darin, die Erkrankung vollständig zurückzudrängen ("komplette Remission").


Therapiemöglichkeiten nach einer Leukämie

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwäche (Fatigue-Syndrom)
Ergometerradtraining, Gruppengymnastik, Wassergymnastik, Walking, Nordic Walking, Einzelkrankengymnastik, Fatigue-Seminar
Muskelschwäche
Medizinische Trainingstherapie (MTT), Einzelkrankengymnastik
Gehstörung, schmerzhaftes Gehen
Gangtraining als Einzelbehandlung, Schmerzbehandlung
Psychische Belastung
Psychologische Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung in der Gruppe oder als Einzeltherapie
Schlafstörung
Information zum Umgang mit Schlafstörungen, Entspannungstraining
Berufliche Wiedereingliederung
Sozialberatung zur stufenweisen Wiedereingliederung, medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation
Informationsdefizit
Strukturierte Schulung (Seminar, Vortrag, Einzelberatung), Hinweis auf Selbsthilfegruppen
Belastung von Angehörigen
Angehörigengruppe
Abwehrschwäche
medikamentöse Therapie
Toxische Polyneuropathie
Training von Fingersensorik, Fußsensorik, 4-Zellenbäder, transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
Einschränkung der Atmung
Atemgymnastik

Folgende Behandlungen können ebenfalls bei uns in der Klinik Bad Oexen durchgeführt / fortgeführt werden (Rücksprache mit Ihrem betreuenden Arzt vor Antritt der Rehabilitation erforderlich):

keimarme Ernährung (bei noch bestehender Abwehrschwäche)

künstliche Ernährung über ein Portsystem

Blutersatzbehandlung (z. B. Transfusion von Erythrozyten oder Thrombozyten), die Versorgung mit Blutprodukten erfolgt durch das Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen, welches zur Universität Bochum gehört.


Anerkanntes Behandlungskonzept und Reha relevante Diagnostik

Nach den in der Klinik Bad Oexen erarbeiteten und anerkannten Rehabilitationskonzepten erfahren die Patienten/innen eine auf die Folgen der Krebserkrankung des blutbildenden Systems und des Lymphsystems individuell abgestimmte Therapie.

Folgende Behandlungsmaßnahmen stehen zur Verfügung:

  • Ergotherapie
  • Bewegungstherapie inkl. Konditions- und Muskeltraining
  • Krankengymnastik
  • Ernährungstherapie bei Ernährungsstörungen oder Speiseunverträglichkeiten
  • Psychologische Betreuung (als Einzelbehandlung oder in der Gruppe)
  • Entspannungsverfahren (z.B. autogenes Training oder Muskelentspannung nach Jacobson, Qi Gong)
  • Sozialberatung und Beratung im Hinblick auf die berufliche Wiedereingliederung

Zusätzlich zur allgemeinen Diagnostik (Labor, EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung, Lungenfunktionsprüfung inkl. Blutgasanalyse, Magen-/Darmspiegelung, gynäkologische Diagnostik, urologische Diagnostik) stehen unseren Patientinnen und Patienten für die Reha nach Leukämie folgende zusätzliche neuropsychologische Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Bestimmung der Konzentrationsfähigkeit/Aufmerksamkeit
  • Austestung der geistigen Leistungsfähigkeit

Rehateam

Unser Reha-Team für Sie

Unser multidisziplinäres Reha-Team in Bad Oexen besteht aus Fachkräften der verschiedensten Bereiche. Unsere Mitarbeiter sind für Sie da und verfügen aufgrund langjähriger Erfahrung und entsprechender Patientenzahlen über ein umfangreiches Wissen bei der Behandlung von krankheits- und therapiebedingten Störungen.

Unser Rehateam ist für Sie