Reha mit künstlichem Harnblasenausgang

Onkologische Rehamaßnahme mit künstlichem Harnblasenausgang in der Klinik Bad Oexen

Ein künstlicher Harnblasenausgang wird angelegt, wenn die nachgeschalteten Abschnitte des Harntraktes entweder nicht mehr zugänglich sind oder fehlen (wenn beispielsweise die gesamte Harnblase entfernt werden musste). Jährlich werden ca. 700 Patienten nach Blasen-, Nieren- und Hodenkrebs in unserer urologischen Abteilung rehabilitiert. Dadurch sind Patienten mit künstlichen Harnblasenausgänge für uns in der Klinik Bad Oexen ein Teil des gängigen Behandlungsspektrums.

Wussten Sie schon?

Wenn es dann nicht möglich ist, eine künstliche Harnblase zu schaffen (sog. Neoblase), dann wird als Ersatz ein Stück Dünndarm zu einem neuen Urinreservoir umgearbeitet, welches dann den Urin aufnimmt. Über eine künstliche Öffnung in der Bauchdecke erfolgt dann der Abtransport in ein Beutelsystem.

Das Problem bei diesem Vorgehen ist, dass die im Urin befindliche Säure teilweise wieder in den Organismus zurückgelangt, da die Schleimhaut des Dünndarms für die Aufnahme von Urin eigentlich nicht geeignet ist.

Damit keine größeren Probleme durch diese ständige Übersäuerung auftreten, ist es zumeist notwendig, sie durch Medikamente auszugleichen. Als Laborkontrolle werden dann regelmäßige pH-Messungen des Bluts / Messungen der Blutgase durchgeführt.


Nach Anlage eines künstlichen Harnblasenausgangs lassen sich gelegentlich folgende Komplikationen beobachten:

  • Verengung
  • Rückzug des Stomas
  • Bruch (Hernie)
  • Prolaps (Schleimhaut kommt weiter heraus als normal)
  • Entzündung

Das Vorgehen zur Linderung/Beseitigung der Probleme wird bei den praktischen Übungen ebenfalls besprochen.

Ziel der bei uns in Bad Oexen verfolgten Stomatherapie ist es immer, eine weitgehend eigenständige Versorgung durch die Patientinnen und Patienten selbst zu ermöglichen und sicherzustellen.


Anerkanntes Behandlungskonzept, Hilfen und Reha relevante Diagnostik

Nach den in der Klinik Bad Oexen erarbeiteten, anerkannten Behandlungskonzepten erhalten unseren Patientinnen und Patienten eine auf die Folgen des künstlichen Harnblasenausganges individuell abgestimmte Therapie

Besonders zu erwähnen sind:

  • Stomaschulung
  • Krankengymnastik
  • Entspannungsverfahren
  • psychologische Interventionen

Bei Bedarf erfolgt eine Beratung zu Themen wie Sexualität und Partnerschaft, Männlichkeit und Selbstwertgefühl.

Unsere Patientinnen und Patienten erlernen gemeinsam mit den Stomatherapeuten in der Klinik Bad Oexen den Umgang/die Versorgung des künstlichen Blasenausgangs (inklusive praktischer Übungen wie Reinigung, Aufsetzen der neuen Basisplatte, Anbringen des Beutels etc.). Manchmal ist eine Umstellung des Beutelsystems erforderlich, z. B. bei Undichtigkeiten. Wir verfügen über sämtliche in Deutschland erhältlichen Beutelsysteme.

Zusätzlich zur allgemeinen Diagnostik (Labor, EKG, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung, Lungenfunktionsprüfung) stehen unseren Patientinnen und Patienten für die Reha mit künstlichem Harnblasenausgang folgende spezifischen diagnostischen Möglichkeiten zur Verfügung:

  • moderne Ultraschallgeräte mit Farbdoppler
  • urologischer Arbeitsplatz mit Röntgen-/ Durchleuchtungseinheit

Rehateam

Unser Reha-Team für Sie

Unser multidisziplinäres Reha-Team in Bad Oexen besteht aus Fachkräften der verschiedensten Bereiche. Unsere Mitarbeiter sind für Sie da und verfügen aufgrund langjähriger Erfahrung und entsprechender Patientenzahlen über ein umfangreiches Wissen bei der Behandlung von krankheits- und therapiebedingten Störungen.

Unser Rehateam ist für Sie